Ein Schreck am Abend


Ein Schreck am Abend

Wir sind im Urlaub angekommen, der erste Tag am Meer liegt hinter uns. Erschöpft döse ich abends im Bett und muss doch noch mal schnell raus, um mich zu erleichtern.

Und dann der Schreck, Blut. Nicht ganz viel und nicht ganz wenig. Es ist hell und ich bin geschockt. Nein, denke ich, das kann nicht sein. Ich gehe zu meinem Mann zurück und berichte ihm. Ich weiß nicht was ich tun soll, knapp 700km von zu Hause entfernt, mit einem „toten“ Handy ohne jeden Empfang. Keine Chance von vertraute Frauen einen Rat einzuholen oder meine Hebamme zu kontaktieren.

 

Erstmal atmen

Um nicht kopflos zu werden, lege ich mich hin, lege die Hand auf meinen Bauch, dort wo mein Baby in meiner Gebärmutter liegt, und atme ganz tief. Ich spreche dem Kleinen gut zu und schicke Wünsche ans Universum, dass mein Baby bei mir bleibt.

Ich bin gerade erst im dritten Monat schwanger, das Risiko, dass mein Baby geht, ist also prozentual gesehen noch deutlich erhöht. Das weiß ich, aber besser macht es das nicht.

 

Ab ins Krankenhaus?

Ich überlege hin und her. Fahr ich ins Krankenhaus oder nicht? Was hat die Blutung zu bedeuten? Lasse ich einen Ultraschall machen? Während mein Kopf die letzte Frage abwägt, sagt mein Körper ganz klar NEIN. So früh wird ein vaginaler Ultraschall gemacht und die Vorstellung, dass jemand Fremdes mir jetzt etwas in meine Yoni einführt und so nah zu meinem Kind bringt, da zieht sich alles zusammen. Das ist also keine Option. Was also dann?

Ich entscheide mich zu meditieren, um wieder in meine Mitte zu finden und meine Entscheidung dann zu treffen. Ich will nicht aus Angst handeln.

Das Meditieren tut unheimlich gut, ich werde ruhiger und ruhiger, mein Körper entspannt sich und mein Geist fasst neues Vertrauen. Gleichzeitig sackte das Wissen tiefer, ich kann dieses Kind mit keinem Mittel der Welt aufhalten. Wenn es gehen will, wird es gehen. Diese Erkenntnis so tief zu spüren ist hart.

 

Einsichten

So gerne würde ich in diesem Moment mit einer meiner vertrauten Frauen sprechen . Ich vermisste die Möglichkeit schmerzhaft und während ich mich kurz verloren fühle, wird mir noch etwas anderes bewusst. Einen Frauenkreis zu haben, vertraute Frauen die wirklich bereit sind an meiner Seite zu gehen, egal was kommt, egal wie tief das Loch ist und wie schwarz die Bilder die mein Geist malt, das ist ein Segen.
Ich entscheide am nächsten Morgen weiter zu spüren, was ich wirklich brauche. Wenn ich es wirklich wollte, würde sich sicherlich eine Möglichkeiten zu Internet und Telefon finden lassen und ich könnte immer noch zu einem Arzt oder einer Hebamme fahren.
Mit der Hand auf meinem Bauch, in Gedanken bei meinem Baby, schlafe ich schließlich ein.

 

Yoga am StrandDie nächsten Tage

Die nächsten Tage vergehen und ich bleibe dabei, nicht zum Arzt zu fahren. Ich vertraue darauf, dass ich die Gewissheit in mir selbst finden werde. Wie auch immer sie aussieht. Gleichzeitig entscheide ich, dass ich Erfahrungsaustausch brauche und kurz meine Hebamme in Deutschland kontaktieren will. Auch eine meiner besten Freundinnen muss ich anrufen und mir ihren Beistand einholen.

Dazu meditiere ich viel, mache Yoga, lese und suche den Kontakt zu meinem Baby. Ich bitte es um Klarheit, schickte ganz viel Liebe in meinem Bauch und wartete.

 

Mein Mann

Mein Mann vertraute darauf, dass ich die richtigen Entscheidungen für mich treffen werde. Da er mich gut kennt, unternimmt er keinerlei Versuche mich in irgendeiner Weise zu irgendeiner Handlung zu überreden. Er ist jederzeit bereit mich in dem was ich brauche zu unterstützen. Das zu wissen und zu spüren, tut so gut, dass ich mich frei und gehalten gleichzeitig fühlte.

Auch er legt oft seine Hand auf meinen Bauch, spricht unserem Baby gut zu und wartete mit mir, wie es sich entscheiden wird.

Das ist sicherlich nicht einfach für ihn und ich bin ihm dankbar, dass er es trotzdem aushält.

 

Schwangerschaftsanzeichen

Unser Urlaub endet nach einer Woche ohne weitere Blutungen. Immer noch bin ich viel am Spüren und halte mir die Option offen, zu Hause zu meiner vertrauten Gynäkologin zu gehen. Aber so wirklich gut fühlte sich auch das nicht an.
So vergehen die Tage, mir ist regelmäßig übel, ich bin müde und obwohl das Brustspannen aufgehört hat, habe ich den Eindruck, mein Bauch wächst. Ich fühle mich eindeutig schwanger und langsam wächst die Sicherheit: Der kleine Mensch ist noch da!
Der erste Vorsorgetermin mit der Hebamme ist für September ausgemacht und ich beschließe dort einmal kurz nach den Herztönen hören lassen, um mir meine Gewissheit bestätigen zu lassen.
Das fühlt sich gut an und ich entschließe, bis dahin mein Schwanger sein so weit wie möglich zu genießen.

 

Deine Erfahrung

Hattest du schon einmal Blutungen in der Schwangerschaft? Welchen Weg hast du für dich gewählt? Erzähl mir von deiner Erfahrung, ich freue mich dich zu lesen!

 

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Ich grüße dich von Herzen,

Cerstin

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